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Effektiv Eichenprofessionsspinner bekämpfen

Länder, Landkreise, Städte und Gemeinden müssen die Eichenprozessionsspinner-Gefahren im Rahmen des Gesundheitsschutzes möglichst eindämmen.

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Der Schutz der Bürger und die Gefahrenabwehr im öffentlichen Raum, der der kommunalen Zuständigkeit unterliegt, wird durch die örtlich zuständigen Ordnungsbehörden geregelt. Im Rahmen dieses Gesundheitsschutzes sind Bekämpfungsmaßnahmen der EPS erforderlich, besonders dann wenn die giftigen Raupenhaare Menschen gefährden.

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Wenn eine längerfristige Sperrung der betroffenen EPS-Areale nicht möglich ist, müssen Bekämpfungsaktionen starten. Vor allem öffentliche Flächen mit hohen Frequentierungen durch Fußgänger, Radfahrer, Passanten, Anwohnern, Spaziergängern, Schülern sind typische Einsatzgebiete für unsere Bekämpfungen.

Mechanische Gegenmaßnahmen:

Bei leichtem bis mittelstarkem EPS-Befall sind üblicherweise „mechanische Maßnahmen“ ausreichend. Die unter Beachtung des Arbeitsschutzes zum Einsatz kommenden Methoden können sein:

  • Absaugen oder Einsaugen
  • Verkleben
  • Fixieren anschließend Absammeln

Die Entsorgung der Nester erfolgt anschließend über Müllverbrennungsanlagen.

eps 4 7eps 4 8 Quelle: www.schimmel-sachverstaendiger-nuernberg.eu

Eine sehr sichere Methode die Raupen zu entfernen ist das Absaugen der Raupen, der Tagesnester und der alten Nester mit einem Spezial-HEPA-Sauger.

eps 4 9eps 4 10 Quelle: www.ingepa.eu und www.binker.eu

Das häufig angewandte Abflammen der Nester mit Flammgeräten hat sich aus Arbeitsschutzgründen als nicht praktikabel erwiesen, da die feinen EPS-Härchen durch die Wärmeentwicklung abdriften. Zudem kann bei unsachgemäßer Durchführung die Hitzeanwendung an den Eichenstämmen zu thermischen Schäden an den Eichen führen.

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Quelle: fotolia

Chemische Gegenmaßnahmen

Bei starkem Eichenprozessionsspinner-Befall in sensiblen Bereichen mit hohem Gefährdungspotential muss eine Spritzbehandlung durchgeführt werden.

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Quelle: fotolia und www.ingepa.eu

Achtung: Die Anwendung von chemischen Spritzmaßnahmen muss nach dem Austrieb der Eichen Mitte bis Ende April und bis zum 3. Larvenstadium ca. Mitte bis Ende Mai (maximal 22. Kalenderwoche) erfolgen. Die Natur-, Arten-, Landschafts-, Wasserschutzverordnungen und -bestimmungen sowie die Gebrauchsanweisungen, Anwendungsbeschränkungen und Sicherheitsdatenblätter sowie auch die Witterungsbedingungen sind besonders zu beachten. Vor allem die Witterung ist für den Erfolg chemischer Maßnahmen entscheidend, damit der Bildung von EPS-Brennhaaren bzw. Gifthaaren entgegengewirkt wird.

Produkte:

  1. Bacillus thuringiensis-Produkte (Bt-Produkte):
    Die Bezeichnung Bt ist eine Abkürzung für das Bodenbakterium Bacillus thuringiensis. Bacillus thuringiensis ist weltweit verbreitet und zeigt unter bestimmten Bedingungen insektizide Wirkung. Bacillus thuringiensis ist wie die anderen Arten der Gattung Bacillus stäbchenförmig und grampositiv. Die verschiedenen Unterarten von B. thuringiensis produzieren über 200 unterschiedliche sogenannte Bt-Toxine, die spezifisch bei bestimmten Insekten tödlich wirken.
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    Quelle: Dr. Sahay - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org und https://commons.wikimedia.org

B. thuringiensis lebt vergesellschaftet mit Pflanzenwurzeln. Es wird davon ausgegangen, dass die Toxine des Bakteriums die Wurzeln vor Schädigung durch Insekten bewahren. Die Bt-Präparate beruhen auf Basis der von Bacillus thuringiensis erzeugten Toxine (Endotoxine). Handelsprodukte enthalten als Hauptkomponenten die getrockneten Bakterien-Sporen und die kristallinen Endotoxine. Die Bt-Präparate sind als wasserdispergierbare Granulate oder als Suspensionskonzentrate chemisch formuliert. Vor der Anwendung und Ausbringung müssen die Formulierungen in Wasser gelöst bzw. darin verdünnt werden.

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Bt-Präparate besitzen Fraßgiftwirkung und sind selektive Insektizide. Eichenprozessionsspinner-Raupen nehmen das zunächst ungiftige Protoxin (Vorläufertoxin) mit der Nahrung auf. Im Mitteldarm der Eichenprozessionsspinner-Raupen herrscht ein alkalische pH-Milieu vor. Dort werden die Kristallproteine durch Enzyme (genauer: Proteasen) gespalten. Aus den bisher inaktiven Protoxinen entstehen jetzt die „tödlichen“ Toxinformen. Diese binden sich an spezifische Darmwand-Rezeptoren in den EPS-Raupen. Spezielle Bestandteile des Toxins senken sich nun in die Darmwand-Zellmembran und verursachen die Entstehung von permeablen Poren.

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Die EPS-Darmwand wird so durchlässig und regelrecht perforiert. Ein sofortiger Fraßstopp der EPS-Raupen ist die Folge. Eine Diarrhoe folgt und diese führt zum Austrocknen der Raupen. Dann gelangen Darmbakterien durch die Poren in die Hämolymphe („Blut“ der Raupen) und verursachen eine Art "Blutvergiftung". Sie führt zum Absterben des EPS-Befalls.

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Quelle: https://av.tib.eu

Die Wirkungsdauer von Bt-Produkten ist von ihrer Persistenz am Fraßort abhängig.
Bt-Präparate werden bei starkem Regen weggewaschen und werden durch Sonnenlicht UV-photolytisch gespalten und durch Mikroorganismen dann vollständig abgebaut. Die Wirksamkeit ist vom Anwendungsgebiet und den Witterungsbedingungen während und nach der Ausbringung stark beeinflusst.

Siehe auch: https://www.waldwissen.net und Petercord R., Delb H., Schröter H. (2008): Informationen zur Human- und Ökotoxikologie von Bt–Präparaten, die bei der Bekämpfung von freifressenden Schmetterlingsraupen im Forst eingesetzt werden. FVA Waldschutz-Info 1/2008. 8 S.

2. Neem-Produkte

Die Neem-Produkte sind Biozide mit Margosa Extrakt (aus dem Neembaum). Der Extrakt aus dem Neemsamen wird seit Jahren gegen Schadinsekten eingesetzt. Azadirachtin ist der Hauptbestandteil des Neemöls aus den gepressten Samen des Niembaumes (Azadirachta indica). Es hemmt durch ecdysonartige Wirkung die Larvenentwicklung zahlreicher Insekten. Azadirachtin ist eine chemische Verbindung, die zu den Limonoiden gehört. Es ist ein sekundärer Metabolit und ein oxidiertes Tetranortriterpenoid mit Enolether-, Acetal-, Halbacetal- und Epoxid-Funktionen.

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Quelle: ChemPro - Eigenes Werk mittels: BKChem, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org und fotolia

Azadirachtin wirkt auf den Hormonhaushalt der Eichenprozessionsspinner, indem es die Synthese des Chitins stört. Dadurch wird die Raupenhäutung und Verpuppung verhindert. Damit können die Raupen nicht den nächsten Schritt im Wachstumszyklus vollziehen. Es ist UV-Licht-instabil mit Verlusthalbwertszeiten bis zu 96 Std. Durch Fressen der besprühten Eichenblätter nehmen die Raupen Azadirachtin auf. Die Raupen erleiden in kürzester Zeit einen Fraß- und Entwicklungsstopp. Es bilden sich keine fortpflanzungsfähigen Falter und damit sind weitere Eiablagen verhindert. Die Wirkung von Azadirachtin ist zeitlich verzögert da es kein Kontaktgift ist. Die EPS-Raupen sterben erst ca. 2-7 Tage nach der Behandlung ab. Die gefährlichen EPS-Brennhaare können sich dann nicht mehr ausbilden. Nach dem Antrocknen der Neem-Behandlungslösung sind weitere Absperrungen und Wartezeiten nicht nötig. Neemprodukte werden an Eichen auf Flächen für die Allgemeinheit, Parks, Eichenhainen, öffentlichen Alleen, öffentlichen Straßen und an Waldrändern angrenzend an Siedlungsbereiche zum Gesundheitsschutzes angewendet.

Hinweis: Schutzmaßnahmen:

Der Anwender sollte während der Applikation mindestens chemikalienresistente Schutzhandschuhe und einen Schutzanzug (mind. Typ 3 oder 4, EN 14605) tragen. Schädlingsbekämpfungsmittel dürfen nur Geprüfte Schädlingsbekämpfer anwenden!

Soforthilfe?
Kontaktieren Sie uns jetzt! Oder persönlich unsere Sachverständigen:
Dr. rer. nat. Gerhard Binker (EU-zertifiziert), Dipl. Chem. Univ.
Joachim Binker, Geprüfter Schädlingsbekämpfer
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Serviceline: 09123-99820

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