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Eichenprozessionsspinner-Gefahren

Die Haare der Raupen des Eichenprozessionsspinners (abgekürzt EPS; wissenschaftlicher Name: Thaumetopoea processionea) können beim Menschen erhebliche körperliche Reaktionen hervorrufen. Das Protein Thaumetopoein in diesen winzigen Härchen der Raupen kann bei Menschen, die mit den Härchen in Kontakt kommen, Haut- und Augenreizungen, allergische Reaktionen, Hautausschläge, Rachenschmerzen und Atemwegsbeschwerden verursachen.

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Quelle: Fotolia

Eichenprozessionsspinner-Raupen ernähren sich von Eichenblättern. Große EPS-Populationen können Eichen entblättern, so dass sie geschwächt und anfällig für z.B. Pilze (z.B. Eichenwirrling = Daedalea quercina) werden. Charakteristisch sind die prozessionsartigen Raupenwanderungen (Nose-to-Tail-Prozessionen). In Deutschland haben die Eichenprozessionsspinner-Populationen besonders seit 2001 rasant an Dichte zugelegt.

Der Eichenprozessionsspinner wurde aber bereits vor über 175 Jahren erwähnt. Auch eine markante geographische Ausbreitung von Süden nach Norden ist momentan zu verzeichnen. EPS sind ein ernstzunehmendes Problem durch die Gefährlichkeit ihrer winzigen Härchen. Akutbekämpfungsmaßnahmen sind erforderlich. Gründe für den Populationsschub sind der Klimawandel mit wärmeren und trockeneren Sommern. Auch milde Winter sind ein wichtiger Faktor. Geringe Niederschläge während der Larvenentwicklung im April und Mai begünstigen die Entwicklung der Eichenprozessionsspinner deutlich.

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Von Norbert Nagel - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org

NESSELGIFT

Thaumetopoein ist eines der löslichen Proteine in den Brennhaaren von EPS-Raupen (Thaumetopoeinae). Das aus zwei Untereinheiten aufgebaute Protein ist das Nesselgift der leicht brüchigen Brennhaare (Setae). Diese setzen sich bei Hautkontakt mit ihren Widerhaken in der menschlichen Haut fest. Juckreiz, Schwellungen bis hin zu Asthmaanfällen können die Folge sein. Die durch Thaumetopoein ausgelöste Dermatose wird als Raupendermatitis bezeichnet.

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Quelle: fotolia und Daniel Ullrich, Threedots - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org

Daneben sind auch allergische Reaktionen auf andere Proteine der Brennhaare bekannt. In Mitteleuropa werden Raupendermatitiden überwiegend nur durch den Eichenprozessionsspinner (Thaumetopoea processionea) ausgelöst.

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Quelle:
https://www.bild.de und Verbandsgemeindebürgermeister

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Die Brennhaare der EPS-Raupen bilden sich ab dem 3. Larvalstadium. Die Brennhaare sind ca. 150 bis 250 µm lang und ca. 5 bis 10 µm mit den Widerhaken dick. Sie werden mit dem Wind über weite Strecken verdriftet. Bei geringster Berührung brechen sie entzwei. Aus ihrem Hohlraum werden dann die verschiedenen Proteine freigesetzt, vor allem das Thaumetopoein. Es ist ein Histamin-freisetzendes Toxin. Folgende Symptome werden meist beobachtet:

- Lokale Hautausschläge

- Hautrötungen, Bläschenbildung

- Schwellungen der Hautpartien

- Extrem starker Juckreiz bis hin zu Hautbrennen

- Quaddelbildung an den Kontaktstellen bis am ganzen Körper

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Werden die Brennhaare eingeatmet führt dies zuerst zu Reizungen im Mund- und an der Nasenschleimhaut. Später können Bronchitis, schmerzhafter Husten und sogar Asthma möglich sein. Begleitsymptome nach Kontakt mit den Brennhaaren sind Müdigkeit, Schwindelgefühl, Fieber und Bindehautentzündungen. In schwerwiegenden Einzelfällen können allergische Schockreaktionen (Anaphylaktischer Schock) folgen. Besonders problematisch ist, dass die Brennhaare die beschriebenen Symptome mitunter noch nach Jahren auslösen können. Eine große Gefahr geht daher auch von bereits älteren Gespinstnestern aus. Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass die Brennhaare der Eichenprozessionsspinner-Raupen im Boden mindestens 8 Jahre lang allergen-aktiv bleiben können.

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Risikogruppen sind:

  • Spaziergänger, Wanderer und Erholungssuchende in Wäldern und an Waldrändern
  • Besucher von Freizeitanlagen, Freizeitsportler
  • Sportler und Zuschauer auf Sportplätzen
  • Schwimmbad-Besucher
  • Eltern und Kinder sowie Aufsichtspersonen auf Kinderspielplätzen
  • Camper und rastende auf Campinganlagen, Parkplätzen
  • Direkte Anwohner befallener Waldgebiete
  • Besitzer von Eichen in Gartenanlagen /Grünanlagen
  • Schüler, Lehrer, Hausmeister, Eltern auf Schulhöfen mit Eichenbestand
  • Spielende Kinder durch unmittelbare Berührung der Raupen und ihrer Nester
  • Waldarbeiter , Förster und Selbstwerber in befallenen Waldgebieten
  • Brennholzabnehmer, Gartenbaubetrieb-Mitarbeiter
  • Arbeitskräfte von Landschaftspflegebetrieben, Autobahn- und Straßenmeistereien

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Vorsichtsmaßnahmen:

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  • Grundsätzlich die EPS-Befallsareale meiden
  • Raupen und Gespinste keinesfalls berühren
  • Sofortiger Kleiderwechsel vorher Duschbad

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  • Intensive Haarreinigung nach Kontakt mit Raupenhaaren     
  • Auch bei Verdacht eines Kontaktes mit Raupenhaaren: Körperreinigung
  • Empfindliche Hautbereiche (z. B. Augen, Nacken, Hals, Unterarme) schützen
  • Bei Bekämpfungsmaßnahmen: Chemievollschutzanzug und Atemschutz

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  • Auf Holzernte-/Pflegemaßnahmen verzichten, solange EPS-Raupennester erkennbar sind

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  • Bekämpfung wegen gesundheitlicher Belastung nur von Fachleuten durchführen lassen

 

 

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Dr. rer. nat. Gerhard Binker (EU-zertifiziert), Dipl. Chem. Univ.
Joachim Binker, Geprüfter Schädlingsbekämpfer
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