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Begasungen in Freilichtmuseen

Ein Freilichtmuseum, auch Freilandmuseum, Freiluftmuseum oder Museumsdorf genannt, ist eine Sammlung von in situ erhaltenen, umgesetzten (translozierten) oder rekonstruierten Baudenkmälern, oft einschließlich deren Ausstattung, die der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird. Ziel eines Freilichtmuseums ist es, die Besucher über ein bestimmtes Thema bzw. eine Epoche zu informieren. Vorzugsweise zeigen Freilichtmuseen Gebäude und Anlagen vergangener Zeiten. Sie bieten so einen Eindruck damaliger Bau- und Lebensweisen.

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Einhausung eines Freilichtmuseumgebäudes (Volkskundemuseum Dietenheim/Italien)

Als das erste größere „zentrale" Freilichtmuseum Deutschlands gilt das 1934 gegründete Museumsdorf Cloppenburg in Niedersachsen. Das älteste Freilichtmuseum in Süddeutschland ist das 1955 eröffnete Schwäbische Bauernhofmuseum in Illerbeuren in Bayern. In den 1960er Jahren kam es zu einer Gründungswelle von Freilichtmuseen. Anlagen wie das LVR-Freilichtmuseum in Kommern oder das LWL-Freilichtmuseum Detmold entstanden. Eine weitere Gründungswelle erfasste ab den 1970er Jahren auch den deutschen Süden: Das oberbayerische Freilichtmuseum Glentleiten und das Fränkische Freilandmuseum Bad Windsheim entstanden Es folgten das Freilichtmuseum Finsterau und Freilichtmuseum Massing. In Baden-Württemberg sind in diesem Zusammenhang das Freilichtmuseum Beuren und das Bauernhausmuseum Wolfegg zu nennen.

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Für die Schweiz ist von herausragender Bedeutung das Schweizerische Freilichtmuseum Ballenberg. Neben dem Österreichischen Freilichtmuseum in Stübing in der Steiermark sind das Salzburger Freilichtmuseum in Großgmain sowie das Museumsdorf Niedersulz in Niederösterreich die bekanntesten ebenso das Volkskundemuseum in Dietenheim/Italien.

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Häufig sind die verbauten Hölzer der Gebäude der Freilichtmuseen von Holzschädlingen, wie Gewöhnlicher Nagekäfer oder Trotzkopf bzw. Gescheckter Nagekäfer befallen. Aber auch Befall durch Textilschädlinge, wie Kleidermotten, Messingkäfer oder Museumsschädlinge wird angetroffen. Besonders gegen den Befall durch die Holzschädlinge hat sich die Begasung bewährt. Hierbei können Einzelexponate oder Depotgüter in kleine mobile Folienzelte (Bubblebegasungen) eingehaust und mit Sulfuryldifluorid (Vikane) oder mit Inertgasen, wie Stickstoff (Altarion® NitrogenoGas zur Insektenbekämpfung), Argon (Steiermärkisches Landesmuseum in A-8020 Graz) oder Kohlendioxid (Altarion® CarboGas zur Insektenbekämpfung) begast werden. Auch andere Verfahren sind alternativ je nach Gegebenheiten möglich: Feuchte-geregeltes Warmluftverfahren, Mikrowellentechnik, Hochfrequenztechnik oder Wärmeentwesung.

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Sind jedoch auch viele immobile Einbauten, wie Treppen, Fußböden, Deckenbalken oder sonstige Konstruktionshölzer, wie Dachstuhlhölzer oder Fachwerk, vom Befall betroffen, scheidet die Bubblebegasung bzw. Begasung in mobilen Folienzelten aus. Ein sehr elegantes und umfassendes Verfahren ist die Zeltbegasung von Gebäuden.

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Begasungsleiter Klaus Weigt in Aktion im Bauernhofmuseum Hundszell

Hierbei werden die befallenen Gebäude mittels gasdichter Spezialplanen überzogen und „alles" unter der Zelteinhausung begast. Verwendet werden können dabei Vikane im Altarion® Viklean®-Verfahren oder Kohlendioxid.

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Bauernhofmuseum Hundszell und Begasung einer Bockswindmühle

Diese Begasungsmittel dringen dabei in alle Bereiche -wie der lebensnotwendige Luftsauerstoff auch- vor, wo die Schädlinge leben und töten alle Schädlingsstadien ab, nämlich Eier, Larven/Raupen, Puppen/Kokons sowie Käfer/Falter. Die Einwirkzeiten (=Begasungszeiten) reichen dabei von 3-4 Tagen bei Vikane bis 4 Wochen bei Kohlendioxid. Beide Begasungsmittel hinterlassen keine gefährlichen oder nachträglich ausgasenden Rückstände.

Siehe auch: http://www.con-red.com/de/sonderverfahren/begasung.html

M. Dreykorn, Jahrhunderte in Stahlregalen.pdf

 

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