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Aspergillose und Stachybotryose

Aktuelles Thema: Aspergillose! Stachybotryose! Wenn bestimmte Schimmelpilze krank machen!

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Überblick:

Schimmelpilzsporen sind ubiquitär und kommen auf vielen feuchten Materialien vor. So zum Beispiel auf vom Vermieter zu gering von außen gedämmten Wandoberflächen in Wohnungen, bei Baufehlern/Wärmebrücken in Immobilien oder bei ungenügender Wohnraumlüftung durch Mieter. Aber auch auf verrottendem Pflanzenmaterial, wie Blumentopferde, Biomüll und Kompost und insbesondere auf faulendem Obst und Gemüse (im Kühlschrank, im Abfalleimer), wachsen sie als Saprobionten. Vor allem Aspergillen sind gefürchtet und können krank machen. Die Aspergillose ist eine invasive Erkrankung durch bestimmte Aspergillen (Schimmelpilz-Gattung). Sie infizieren in erster Linie die Lunge, aber auch Ohren, die Haut sowie die Nasennebenhöhlen (extrapulmonale Aspergillose).

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Seltener infizieren die Schimmelpilze aber auch andere Organe, wie Herz, Leber, Nieren und das Zentralnervensystem oder das gesamte Körper-System. Mediziner sprechen von der Immunlage des Infizierten. So gibt es unterschiedliche Ausprägungen der Aspergillose. Die häufigsten Folgen einer erhöhten Schimmelpilz-Exposition über längere Zeit sind allergische Reaktionen auf die freigesetzten Schimmelpilz-Sporen. Je nach Schwere der Immunreaktion können die Symptome über Augenbrennen, Triefnase, Hautausschläge und asthmaähnliche Beschwerden bis hin sogar zum anaphylaktischen Schock mit lebensbedrohlichen Komplikationen reichen.

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Aspergillose:

Die Aspergillose kann auch zu einer schweren Allergie führen. Die allergische Form einer Aspergillen-Erkrankung ist die "Allergische Bronchopulmonale Aspergillose" (=ABA, Allergic Bronchopulmonary Aspergillosis). Sie tritt vor allem bei Patienten mit Asthma bronchiale auf. Die Ursache ist hier eine schwere Überreaktion des Immunsystems auf den Aspergilluspilz. Aber: Der gesunde Mensch hat meist genügend Abwehrmechanismen, um die Schimmelpilze abzuwehren. Er führt sein Immunsystem ins Feld. Also: Nicht immer machen die Aspergillen krank. Vor allem den Abwehrgeschwächten (z.B. immunsupprimierte nach Operationen, HIV-Infizierte) können Aspergillen gefährlich werden. Sporeninhalation der Schimmelpilzgattung Aspergillus kann bei allergischer Veranlagung (Disposition) zu einer allergischen Reaktion des Menschen führen, und eben bei Immungeschwächten sogar zu einer Infektion (Aspergillom). Das Aspergillom kann aber auch bei Menschen mit gesundem Immunsystem auftreten. Das ist dann eine Ansammlung aus Schimmelpilzbestandteilen und Schleim.

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Ein Aspergillom kann sich wenn dann meist in einem vorbestehenden Hohlraum bilden (in Lungenkavernen nach einer Tuberkulose oder sogar in den Nasennebenhöhlen). Eine Aspergillus-Pneumonie ("Aspergillus verursachte Lungenentzündung") tritt wenn dann meist bei Patienten mit stark geschwächtem Immunsystem auf: Oft durch eine Immunsuppression nach einer Organtransplantation, nach einer Chemotherapie bei z.B. Krebs oder bei einer sogenannten Neutropenie (= krankhafter Mangel an weißen Blutkörperchen).

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Nicht zuletzt können Patienten mit HIV (AIDS), Leukämie (Blutkrebs) oder einer schweren Autoimmunerkrankung (überschießende Reaktion des Immunsystems gegen körpereigenes Gewebe) gefährdet sein.

Ursachen: Welche Faktoren führen zu einer Infektion mit Schimmelpilzen (Mykose)?

Aspergillen wachsen nur in feuchter Umgebung. Man unterscheidet xerophile Arten, die eher weniger Feuchtigkeit benötigen und mesophile oder hydrophile Arten, die höhere oder sehr hohe Feuchtebedingungen bevorzugen. Organische Substrate sind die Nahrungsgrundlage der Aspergillen, das sind Blumentopferde, Heu, Holz, Papier, Tapeten, Textilstoffe und viele Lebensmittel. Die Übertragung erfolgt aerogen, also durch Einatmen der meist sehr kleinen und gut flugfähigen Schimmelpilzsporen aus der Luft (Inkorporation, Inhalation).

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Große Mengen an Aspergillen-Sporen werden oft bei staubintensiven Bau- und Renovierungsarbeiten aus Putz und Wärmedämm-Materialien freigesetzt. Bauhandwerker sind hier sehr oft gefährdet. Ein Übertragungsmechanismus von Mensch zu Mensch ist aber bisher nicht bekannt.

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Symptome: Wie äußert sich eine Schimmelpilz-Infektion?

Die Inkubationszeit der Aspergillose, also die Zeit von Aufnahme bis Krankheitsausbruch, liegt bei einigen Tagen bis Wochen. Lungenaspergillosen zeigen Symptome einer Lungenentzündung (Invasive pulmonale Aspergillose). Sie beginnen mit Fieber, Schüttelfrost, Husten, blutigem Auswurf und auch Brustschmerzen, Kurzatmigkeit und Atemnot. Begleitet werden sie oftmals von Schmerzen der Pleura visceralis bzw. Pleura pulmonalis (Lungenfell) und spürbarem Gewichtsverlust. Die Aspergillose der Nasennebenhöhlen zeigt sich in Druckempfindlichkeit der Nebenhöhlen, Fieber, Ausfluss aus Nase oder Ohren sowie aber auch durch Kopfschmerzen. Die Aspergillose des ZNS (=Zentralen Nervensystems) äußert sich in epileptischen Anfällen und Hirnhautentzündungen. Die allergische Aspergillose weist im Gegensatz dazu eine Symptomatik ähnlich zu Asthma auf und ist nicht selten von Husten und Atemnot begleitet.

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Diagnostik: Wie kann der Mediziner eine Aspergillose erkennen?

Eine ausführliche Anamnese des Mykose-infizierten Patienten dient der Verifizierung der Diagnose. Erste Anzeichen einer Aspergillose sind ein eingeschränktes Abwehrsystem. Diagnostische Methoden wie Röntgenuntersuchungen, Blutdiagnose, Endoskopie/Bronchoskopie und Labormikrobiologie, wie vor allem der mikrobiologische Nachweis der Aspergillen im Auswurf (Sputum) oder Speichel.

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Behandlung von Aspergillosen

Die medikamentöse Therapie setzt auf moderne Antimykotika (Antischimmelpilzmittel) gegen systemische Aspergillosen. Hier sind z.B. Voriconazol (Azol) und Posaconazol (ein Triazol) zu nennen; es wird auch bei Itraconazol- bzw. Amphotericin B-resistenten Pilzinfektionen eingesetzt. Einzelne, noch abgekapselte Lungenaspergillome werden meist operativ entfernt. Chirurgische Eingriffe sind dann obligat bei einsetzenden Lungenblutungen.

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Bei der Allergischen Aspergillose werden dagegen Langzeit-Behandlungen mit Cortikoiden benötigt. Da hauptursächlich eine Aspergillus-Belastung aus Befallsherden im häuslichen Umfeld (z.B. Haustier-/Kleintierhaltung, Blumenerde, Baumängel etc.) herrührt, müssen diese Befallsherde durch mikrobiologische und baubiologische Diagnostik aufgespürt und dann fachgerecht beseitigt werden (Schimmelpilzbekämpfung-Schimmelpilzbeseitigung). Auch der längere oder regelmäßige Aufenthalt in der näheren Umgebung von Bauernhöfen, Tierställen, Scheunen mit Heu oder Stroh, Teichen, Silos u.ä. stellt eine besondere Gefahrenquelle dar.

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Vorbeugen: Pilzsporen vermeiden

Aspergillosen können besonders immungeschwächten bzw. immunsupprimierten Patienten mit schweren Grunderkrankungen gefährlich werden und hier sogar tödlichen Ausgang nehmen (Leukämiepatienten, Hochdosis-Chemotherapie-Patienten). Auch eine Beeinträchtigung der Abwehrfunktionen als Folge einer langfristigen hochdosierten Kortisontherapie o.ä. (z. B. nach Lungentransplantation) oder eine schwere Schädigung der Bronchialschleimhaut (z.B. ausgedehnte Bronchiektasen) können zu einer Besiedelung der Bronchien mit Aspergillus und so zu einer tödlichen Infektion der Lunge führen.

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Entscheidend ist, eine inhalative Aufnahme von Aspergillen-Sporen zu vermeiden. Vor allem bei staubintensiven Reparaturarbeiten im Krankenhaus mit ungenügender Schwarzbereichabschottung kann es zu einem Sporeneintrag in die Patientenbereiche kommen.
"Gesunde Menschen" müssen darauf achten, dass auch sie keinen hohen Sporenkonzentrationen ausgesetzt sind. In diesen Problemkreis fällt auch die sogenannte "Farmerlunge" (=Exogen-allergische Alveolitis) mit Fieber, Atembeschwerden, Husten, Schüttelfrost und Kopfschmerzen nach Allergenkontakt. Ursächlich wirken hier sensibilisierende organische Materialien vor allem aus Sporen thermophiler Actinomyceten (Bakterien) und Aspergillen.

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Dem Inweltschutz und der Gebäudepathologie kommt eine besondere Bedeutung zu. Schimmelpilzquellen und gebäudeassoziierte Bakterienherde müssen ausfindig und nachhaltig beseitigt werden. Hierzu verwenden wir moderne gebäudediagnostische Methoden sowie Raumluftuntersuchungen (Impaktoren, Lumimeter, Filtermethoden, Hausstaub-Untersuchungen, Partikelmessungen, Luftkeimsammlungen, ATP-Messungen etc.).

Was gibt es noch so?

Stachybotryose

Während der Aspergillus fumigatus als bedeutendster Mykoseerreger gilt, ist der "schwarze Schimmel", der Stachybotrys chartarum, gefürchtet als Mykotoxinbildner. Stachybotrys chartarum ist ebenfalls ein ubiquitärer Schimmelpilz. Er wächst als schwarzer Schimmelpilzrasen ("Schwarzschimmel") auf Gipskartonplatten, feuchten Tapeten, Lager-Kartons in feuchten Kellern, auf durchfeuchtetem Holz und Spanplatten in Gebäuden oder auf sonstigen feuchten pflanzlichen Materialien. Der Stachybotrys-Pilz ist zudem ein Indikatorpilz für Feuchteschäden. Bei Wasserschäden können die Sporen in weite Bereiche der Bausubstanz oder in die Estrichdämmschichten ausgeschwemmt und verteilt werden. Unvorsichtiges Trocknen, Öffnen oder ahnungsloser Rückbau können schwere gesundheitliche Folgen für die Bauarbeiter haben oder auch für Dritte bei Sporenverdrift.

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Die von Stachybotrys chartarum produzierten Gifte gehören zur Gruppe der Trichothecene. Sie werden vom Menschen durch Hautkontakt und inhalativ über die Atemwege durch die toxinhaltigen Stachybotrys-Sporen aufgenommen. Bei Stachybotrys chartarum reichen bereits geringere Sporenmengen aus, um Gesundheitsgefährdungen zu provozieren. Eine Reizung der Haut bzw. der Schleimhäute sowie eine Störung des Symptome können sein: Kopfschmerzen, Übelkeit, Müdigkeit, Dermatitis, Schwindelgefühle, Bronchitis, Konzentrationsschwächen, Rhinitis und Grippesymptome, Augen- und Hautreizungen, Nasenbluten und Lungenbluten, final sogar der Tod ("Cleveland-Babies").

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Bei uns als Baubiologen läuten die Alarmglocken wenn immungeschwächte Bewohner in feuchten oder gar Schimmelpilz-belasteten Gebäuden leben. In diesen Fällen ist bei geringstem Schimmelpilzverdacht eine professionelle Raumluftanalyse dringend anzuraten.

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Fusarien-assoziierte Nahrungsmittelvergiftungen

Heutzutage weitaus seltener, wenn auch längst nicht ausgeschlossen, sind Vergiftungserscheinungen in Folge einer Aufnahme von Nahrungsmitteln, die mit Mykotoxinen belastet sind. Diese Pilzgifte werden von vielen Schimmelpilzen in Form sogenannter Sekundärmetabolite (Stoffwechselnebenprodukte) gebildet.

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Der eigentliche Zweck dieser chemischen Verbindungen ist die Abwehr von Fressfeinden und die Hemmung bakterieller und pilzlicher Konkurrenz im Kampf um Ressourcen. Manche dieser Stoffe sind für uns ein Segen (z.B. das Penicillin als Antibiotikum), die meisten machen uns jedoch auf Grund ihrer toxischen Wirkung krank. So verursacht beispielsweise die prominente Gattung Fusarium immer wieder Mykotoxinbelastungen bei Getreide und Getreideprodukten. Fusarium ist eine Gattung der Schlauchpilze. Die Teleomorphen sind Albonectria, Cyanonectria, Gibberella und Haematonectria. Auch die Gattungen Dialonectria, Macroconia und Microcera gehören dazu.

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Der Verzehr dieser mit Fusarientoxinen kontaminierten Nahrungsmittel kann zu ernsthaften Erkrankungen führen, die manchmal auch tödlich enden. Besonders Kleinkinder und Säuglinge sind gefährdet, da ihr Immunsystem noch nicht voll ausgebildet ist. Zu den Vergiftungssymptomen zählen "Allerweltskrankheiten", wie Kopfschmerzen, Krämpfe, Erbrechen, Durchfall, aber es können sich schnell starke Hautentzündungen, Wachstumsstörungen oder die gefürchtete Hemmung der Blutbildung hinzugesellen. Voriconazol hat sich hier besonders bei der Behandlung von therapierefraktären Infektionen mit Scedosporium apiospermum und Fusarium spp. einschl. Fusarium solani als wirksam erwiesen.

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