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Solitäre Mauerbienen

Als Solitäre Mauerbienen werden die drei verwandten Gattungen Hoplitis, Hoplosmia und Osmia bezeichnet. Es sind einzeln lebende Solitärbienen, sie gehören zur Familie der Megachilidae innerhalb der Bienen.
Mauerbienen gehören zu den häufigsten Solitärbienen. Sie stellen aus Drüsensekreten und Blattstückchen bzw. Erde Baumaterial für ihre Zellen her, in denen die Brut aufwächst. Diese Nester legen sie artspezifisch z.B. in Mauern, Gesteinsspalten oder im Boden, sowie in Stängeln, im Totholz hohler Äste oder in Gängen holzbohrender Insekten an.

Beim Reinigen und Säubern ihrer Nistplätze in alten Käferfraßgängen (z.B. in alten Fraßgängen des Hausbocks in Fachwerkhölzern) wird altes Käferbohrmehl herausgeschoben, um mit neuem, meist durch Speichel verklebtes Substrat eine Behausung für die Brut zu schaffen. Der Bohrmehlausschub ähnelt im Erscheinungsbild den Fraßaktivitäten holzzerstörender Insekten.

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Solitäre Mauerbienen

Sie sind im Gegensatz zum Hausbock oder Gewöhnlichen Nagekäfer nicht in der Lage das Holz selbst anzubohren, sondern nutzen alte verlassene Käfergänge als Behausung und Nistplatz. Auch ihre Larven ernähren sich nicht von Holz, sondern von Pollen und Nektar, der von den Weibchen in die Brutnester eingebracht wird. Es handelt sich bei den Solitären Mauerbienen also nicht um Holzschädlinge, die verbautes Holz zerstören, sondern um Insekten, die bereits vorhandene Löcher und Fraßgänge im Holz für die Aufzucht ihrer Brut nutzen.
Die Larven einiger Arten häuten sich nach dem Schlüpfen mehrmals und fressen wochenlang vom Nahrungsvorrat, bevor sie sich in einen Kokon einspinnen und verpuppen. Am Ende der Metamorphose schlüpfen aus den Puppen die flugfähigen Bienen (Imago). Die Winterpause kann in unterschiedlichen Stadien eingelegt werden: Manche Arten überwintern schon als Larven, andere als fertige Insekten, die dann schon im kühlen März schlüpfen können.

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Solitäre Mauerbiene besiedelt ein altes Hausbockflugloch

Meist erscheinen zuerst die Männchen auf und müssen 1 bis 2 Wochen auf die später herausschlüpfenden Weibchen warten. Dies vermutlich, weil die unbefruchteten Eier zuletzt gelegt werden, sodass sich die Männchen den Nistgang vor den Weibchen freinagen können. Die meisten der etwa 50 mitteleuropäischen Arten bringen es nur auf eine Generation im Jahr (univoltin). Ihre Flugzeiten sind 1½ bis 3 Monate lang, aber artspezifisch sehr unterschiedlich.

Von den wichtigsten acht Arten beginnt die Osmia cornuta (Gehörnte Mauerbiene) im März/April. Die bekannte Osmia bicornis (Rote Mauerbiene) fliegt zumindest im April und Mai, während Hoplosmia spinulosa und Hoplitis claviventris von Juni bis August unterwegs sind.

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Alte Hausbockfraßgänge an einem Fachwerk von Solitären Mauerbienen besiedelt

Um zu verhindern, dass Solitäre Mauerbienen nach Bekämpfungs- und Sanierungsarbeiten bei Holzschädlingsbefall durch Käfer (wie z.B. Hausbock) in die Hölzer gelangen, können die alten Fluglöcher abgedichtet werden, z.B. durch Holzkitt oder Holzwachs. Dies kann erforderlich werden wenn so große Mengen Bohrmehl von den Bienen zu Tage gefördert werden, dass es lästig wird.

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