Menu
Frontpage Slideshow | Copyright © 2006-2015 JoomlaWorks Ltd.

Silo- und Sackstapelbegasungen

Zur Begasung von Silos und Sackstapeln stehen im Vorratsschutz nur noch Phosphorwasserstoff sowie das inerte Gas Kohlendioxid (CO2) zur Verfügung. Für Schalenobst und Walnüsse auch noch Profume.

Begasungsmitteleinsatz-in-Silos
Foto: Begasungsmitteleinsatz in Silos

Phosphorwasserstoff besitzt eine hohe Toxizität gegenüber allen Insektenstadien. Es tötet bei sachgemäßer Anwendung (z.B. hinreichender Gasdichtigkeit des Silos) und ausreichend hoher Dosierung (Konzentration, Einwirkzeit) auch die Insekten ab, die innerhalb der befallenen Ware leben. Phosphorwasserstoff weist eine geringe Adsorptionsneigung auf. Phosphorwasserstoff wird in situ aus den Feststoffen Magnesium- oder Aluminiumphosphid durch Reaktion mit Luft- und Behandlungsgutfeuchtigkeit erzeugt. Es kann aber auch mittels Phosphorwasserstoff-Generatoren erzeugt werden.

Detia-Degesch-Phosphorwasserstoff-Generator
Foto: Detia Degesch-Phosphorwasserstoff-Generator

So ist der Detia Degesch Phosphin Generator ein neues Gerät für die schnelle Entwicklung von Phosphorwasserstoff aus Phosphiden in-situ und dessen Einleitung in die gelagerte Ware/Silo. Er wird außerhalb der Lagerstätte bedient und über Schlauchanschlüsse wird das Gas (mit einer gewissen Menge an Kohlendioxid als Schutzgas) in die Ware oder den Behandlungsraum eingebracht.
Aufgrund seiner speziellen Technik besteht keine Gefahr, dass die Gaskonzentration Bereiche der Explosionsgrenze erreicht. Die Computersteuerung des Generators wird über ein Touchscreen-Display bedient. Das Gerät läuft nach der Programmierung vollautomatisch bis die gewünschte Gaskonzentration im zu begasenden Objekt erreicht ist.

Generatoranzeige
Foto: Generatoranzeige

Es besteht allerdings jederzeit die Möglichkeit den Prozess zu unterbrechen oder zu stoppen. So können auch Ventile und Kontrollmechanismen während des Betriebs angepasst und verändert werden. Bei Fehlfunktionen, wie beispielsweise unzureichender Luft-, Wasser-, Strom oder Kohlendioxidzufuhr wird die Phosphinproduktion sofort gestoppt und das Gerät abgeschaltet.

Sackstapelbegasung1
Foto: Sackstapelbegasung

Profume (Sulfuryldifluorid) ist ein sehr inertes, aber toxisches Gas, das überwiegend in Großmühlen gegen Tribolium spp. im Thermofume-Verfahren eingesetzt wird. Zur Begasung von Schalenobst und Walnüssen kann es im Rahmen von Sackstapelbegasungen zum Einsatz gelangen. Einwirkungszeit und Dosierung werden in Abhängigkeit von relevanten Einflussfaktoren durch den ProFume Fumiguide berechnet. Die Anwendung des Mittels ist nur bei Nutzung des spezifischen Computerprogrammes ProFume Fumiguide möglich.

Das weiterhin zur Silobegasung zugelassene Inertgas Kohlendioxid (CO2) ist wenig reaktiv, bildet mit Feuchtigkeit jedoch auch Kohlensäure. Sie ist es auch die im Insektenkörper den pH-Wert ändert, so dass die empfindlichen Enzyme bzw. Biokatalysatoren im Insekt versagen. Es tötet Eier, Larven, Puppen und die Imagines der Schadinsekten zusätzlich durch Sauerstoff-Entzug ab.
Durch das Einleiten von Kohlendioxid in die befallenen Silos kann die Kohlendioxid-Konzentration in der Silorestluft auf ca. 60-80% erhöht werden. Der Vorteil beim Einsatz dieses inerten Gases ist, dass keine Rückstände entstehen bzw. verbleiben. Es eignet sich auch zur „Biobegasung" von z.B. Getreide (Bio-Verordnung: VO (EU) 834/2007).

Abgedichtete-Halle-mit-Mais-in-Big-Bags-unter-Kohlendioxid
Foto: Abgedichtete Halle mit Mais in Big-Bags unter Kohlendioxid

Nachteilig sind die hohen Kosten, sowie die vergleichsweise lange Einwirkungszeit (Dauer der Anwendung). Sie ist besonders von der vorherrschenden Temperatur abhängig:
bei 5 - 15°C 6 Wochen
bei 15 - 20°C 4 Wochen
bei 20 - 23°C 3 Wochen
bei 23 - 25°C 2 Wochen,
bei 25 - 30°C 1 Woche
bei 30 - 35°C 4 Tage
Bei höheren Temperaturen z.B. im Silo und einem damit verbundenen hohen Stoffwechsel der Schadinsekten tritt der Exitus der Insektenstadien wesentlich schneller ein als bei tieferen Temperaturen.
So beträgt die erforderliche Einwirkzeit von Kohlendioxid in gasdichten Silozellen ohne Kreislaufbegasung bei einer Getreidetemperatur gemäß der oben genannten Werte von 5 bis 15°C sechs Wochen. Bei einer Getreidetemperatur z.B. im Hochsommer von 30 bis 35°C verkürzt sich die Einwirkdauer auf gerademal nur noch vier Tage.
Kohlendioxid (CO2) und Phosphorwasserstoff schützen die behandelte Ware nicht vor einem Neubefall durch z.B. Kornkäfer. Kombinationen mit Diatomeenerde-Produkten (Bio-Silikate, Kieselgur, Kieselgel) sind aber möglich, um einen Langzeiteffekt zu erzeugen. Mit dem Handelsprodukt: SilicoSec® lassen sich viele Schadinsekten bekämpfen. Die Vorteile sind:

  • SilicoSec® ist ein reines Naturprodukt
  • SilicoSec® erfasst alle kriechenden Vorratsschädlinge wie Kornkäfer, Reiskäfer, Mottenlarven etc. - auch Stämme, die Resistenzen gegen chemische Insektizide aufgebaut haben
  • aufgrund der biophysikalischen Wirkung von SilicoSec® sind keine Resistenzbildungen gegen SilicoSec® zu erwarten
  • SilicoSec® ist lange wirksam

Allgemeine Informationen

Videoclips