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Blauvioletter Scheibenbock

Blauviolette Scheibenbock (Callidium violaceum)

Der Blauviolette Scheibenbock (Callidium violaceum), 1758 von Linné erstmals beschrieben, ist ein Käfer aus der Familie der Bockkäfer.

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Foto: Blauer Scheibenbock auf hoher Warte sitzend

Der durch die Färbung von Kopf, Halsschild und Flügeldecken metallisch violett oder blau mattglänzende Käfer wird 8 bis 16 Millimeter lang. Er ist kurz rostbräunlich behaart. Der Körper und die Beine sind braun bis schwarzbraun. Die Schenkel sind keulenartig verdickt. Der Kopf ist breiter als lang. Sein oberer flacher Teil, den man Scheibe nennt, ist großflächig ausgebildet, was der Gattung den Namen Scheibenbock eingetragen hat. Der Halsschild ist deutlich sichtbar grob mit drei glatten Fleckchen punktiert. Die Larven haben verkümmerte Beine, die jedoch noch sichtbar sind. Bis auf die dunklen Mundwerkzeuge sind sie elfenbeinfarben bis weiß. Sie werden bis zu 17 Millimeter lang und bewegen sich robbend fort. Die Larven fressen direkt unter der Rinde sich verbreiternde Gänge. Diese sind bei allen Callidiumarten locker mit Bohrmehl gestopft. Dem sehr feinen hellen Genagsel sind dunkle Kotballen untergemischt, weswegen das Bohrmehl als marmoriert. Das Bohrmehl enthält nur wenige größere Späne. Die Bohrgänge sind sehr flach und breit, anfänglich etwa 1,5 Zentimeter, später bis doppelt so breit (Platzfraß). Gegen Ende der Entwicklung wird ein hakenförmiger Gang senkrecht ins Holz gebohrt und die Puppenwiege angelegt.

Die Käfer schlüpfen von Mai bis Juli. Der Blaue Scheibenbock gilt als ortstreu. Er verbleibt oft an den Plätzen, an denen er sich entwickelt hat. Die Männchen beziehen eine Warte mit guter Übersicht . Konkurrierende artgleiche Männchen werden vertrieben, während Weibchen zwecks Begattung verfolgt werden. Nach der Paarung legen die begatteten Weibchen mit der Legeröhre die Eier geschützt in Rindenrisse ab. Entrindetes Holz wird nicht befallen und das Holz muss für die Eiablage noch hinreichend feucht sein.

Die geschlüpften Käfer arbeiten sich durch den Hakengang bis unter die Rinde zurück und nagen an dessen Ende Ausfluglöcher durch die Rinde. Die Ausfluglöcher sind abgeplattet oval, sechs bis acht Millimeter breit und halb so hoch. Es kann es beim Schlüpfen der Käfer zu einem nur wenige Stunden dauernden Massenauftreten kommen.

Die Entwicklung dauert in Mitteleuropa gewöhnlich zwei Jahre, kann aber in wärmerer Umgebung auch in einem Jahr abgeschlossen werden.
In aller Regel wird nur Nadelholz befallen, gelegentlich jedoch auch Laubholz. Es genügen schon geringe Rindenreste für eine erfolgreiche Entwicklung, z. B. an Schwarten die als Verpackungsmaterial benutzt werden.

Insgesamt wird der Schaden, der durch Callidium violaceum verursacht wird, als gering eingestuft. Als Gegenmaßnahme genügt, das gefällte Holz vollständig zu entrinden. Es ist z. B. bekannt, dass leere Puppenwiegen solitären Hymenopteren wieder als Brutstätte dienen.

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